Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen

23. Juli 2026

Der Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz (SPD, Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages) hat auf Einladung der Landtagsabgeordneten Sabine Gross (SPD) den Landkreis Kronach besucht. Ziel des Austauschs war die Stärkung der wirtschaftlichen und kommunalen Zukunft der Region.

Tettau | Kleintettau. – Auftakt des Besuchs war ein Gespräch im Rathaus Tettau. Bürgermeister Michael Kaiser und seine Stellvertreterin Anika Kappelt empfingen die Delegation, um aktuelle Herausforderungen der Gemeinde zu erörtern. Seit Mai ist Michael Kaiser Bürgermeister in Tettau und sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die angespannte finanzielle Situation der Kommune sowie das Fehlen eines genehmigten Haushalts – die Gemeinde ist dadurch in ihrem Handlungsspielraum deutlich eingeschränkt.

Der nächste Programmpunkt führte nach Kleintettau zum Familienunternehmen HEINZ-GLAS. Dort schloss sich auch der Bürgermeister von Ludwigsstadt, Timo Ehrhardt, der Delegation an. Geschäftsführerin Carletta Heinz, Diplom-Kauffrau und Vertreterin der 13. Generation des Familienunternehmens, begrüßte die Gäste. Ergänzt wurde die Gesprächsrunde durch Geschäftsführer (CFO) Frank Martin, der seit über 36 Jahren im Unternehmen tätig ist, sowie durch Thomas Schmidt, Reiner Bock und Christian Jakob. Seit der Gründung im Jahr 1622 steht HEINZ-GLAS für industrielle Tradition und Innovationskraft und zählt zu den bedeutendsten Arbeitgebern Oberfrankens. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 4.000 Mitarbeitende in 13 Ländern an 17 Standorten. An den Standorten Kleintettau und Piesau (Glasproduktion) sowie Spechtsbrunn (Veredelung) sind rund 1.700 Menschen tätig. Die Beschäftigten können aus rund 40 Arbeitszeitmodellen wählen, was insbesondere Familien zugutekommt. Etwa ein Drittel der Belegschaft ist weiblich. Für Auszubildende wurde ein eigener Fahrdienst eingerichtet; aktuell absolvieren 63 junge Menschen ihre Ausbildung im Unternehmen.

Gleichzeitig steht HEINZ-GLAS vor großen Herausforderungen: Eine schwierige wirtschaftliche Situation und die angespannte Marktlage führten dazu, dass Ende 2025 Kurzarbeit angemeldet werden musste, die im März 2026 wieder beendet werden konnte. Parallel investiert das Unternehmen konsequent in Nachhaltigkeit: Im April dieses Jahres wurde eine neue vollelektrische Glasschmelzwanne mit einem Investitionsvolumen von rund 13 Millionen Euro in Betrieb genommen. Mit dem Projekt „Josephine“ setzt HEINZ-GLAS ein weiteres Zeichen für klimafreundliche Glasproduktion. Kritisch äußerte sich die Geschäftsführung zur politischen Diskussion um einen Strombenchmark für die Behälterglasindustrie: Ein solcher Ansatz würde aus Sicht des Unternehmens ausgerechnet diejenigen Betriebe benachteiligen, die bereits viel in Elektrifizierung und Klimaschutz investiert haben und noch investieren. In einem Brandbrief appellierten die Verantwortlichen an die Politik, auf Fehlanreize zu verzichten und stattdessen am technologieoffenen Fallback-Ansatz auf Basis von 80 Prozent des Stromverbrauchs festzuhalten. „Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher Herausforderungen ist es wichtig, den Standort Kronach und die Arbeitsplätze in der Region nachhaltig zu stärken“, betonte Sabine Gross. „Unternehmen wie HEINZ-GLAS sind ein starkes Fundament für die regionale Wirtschaft und verdienen verlässliche politische Rahmenbedingungen“, so Andreas Schwarz.

Schwarz Kleintettau

Die Delegation (von links) mit Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz (Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages), Michael Kaiser (Bürgermeister Tettau), Sabine Gross (MdL) und Anika Kappelt (2. Bürgermeisterin Tettau) sowie Timo Ehrhardt (ganz rechts - Bürgermeister Ludwigsstadt) erhielten von Reiner Bock und Thomas Schmidt (zweiter von rechts - beide HEINZGLAS) einen interessanten Einblick in die Glasindustrie.

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